Mohamed Amjahid wurde als Sohn sogenannter Gastarbeiter*innen 1988 in Frankfurt am Main geboren, die Schule besuchte er bis zum Abitur in Marokko. In Berlin und Kairo studierte er Politikwissenschaften und forschte an verschiedenen anthropologischen Projekten in Nordafrika. Schon während des Studiums arbeitete er als Journalist, unter anderem für die Frankfurter Rundschau und den Deutschlandfunk. Amjahid volontierte nach seinem Master-Abschluss beim Tagesspiegel in Berlin. Danach arbeitete er als politischer Reporter für die Wochenzeitung Die Zeit und das Zeit Magazin.
Er recherchiert und schreibt als freier, investigativer Journalist unter anderem für den Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die taz, den RBB, den SWR und den WDR. Er ist kulinarischer Kolumnist für das Monopol-Magazin und Zeit Magazin Online. Derzeit arbeitet er an mehreren neuen Buchprojekten. Anthropologisch und journalistisch fokussiert er sich auf die Themen Menschenrechte (insbesondere Polizeigewalt), Gleichberechtigung und Umbrüche in den USA, Europa, den Nahen Osten und Nordafrika. Bei Instagram, Threads und Bluesky schreibt er unter dem Handle @m_amjahid.
BÜCHER

Da ist es, mein neues Buch:
Alles nur Einzelfälle? Das System hinter der Polizeigewalt
Darin stecken rund zehn Jahre Recherche gegen massiven Widerstand von verschiedenen Seiten, darin steckt mehr als ein Jahr intensive Lese- und Schreibphase. Rassistische und antisemitische Polizei-Chats, Machtmissbrauch im Amt, Racial Profiling, weit verzweigte rechtsextreme Netzwerke, tödliche Polizeigewalt gegen Minderheiten – laut Innenministerien, Sicherheitsbehörden und Polizeigewerkschaften alles nur Einzelfälle. Doch basierend auf journalistischen Recherchen, wissenschaftlichen Analysen, ausführlichem Archivmaterial und persönlichen Erlebnissen deckt dieses Buch auf, wie tief das Polizeiproblem in Deutschlands Sicherheitsarchitektur verwurzelt ist. Von der systematischen Vertuschung von Machtmissbrauch bis hin zum rechtsextremen NSU-Netzwerk: Ich möchte mit diesem faktenbasierten Text einen Beitrag zu einer längst fälligen Debatte über die Parallelwelt der Polizei anbieten.
Eins ist mir dabei wichtig: Dieses Buch beinhaltet nicht nur meine Meinung, dies ist keine klassische Streitschrift. Meine Meinung ist zweitrangig. Wer meinen Journalismus kennt, weiß, dass ich unermüdlich daran gearbeitet habe, die Faktenlage zusammenzutragen. Ich habe unzählige Fälle bis ins letzte Detail rekonstruiert, geheime Dokumente ausgewertet, rechtsextremen Polizist*innen und etablierten Strukturen, die sie decken, nachgeforscht, Einzelfall-Theorien (z.B. in Sachen NSU 2.0) widerlegt, das grundlegende System hinter der Polizeigewalt herausgearbeitet. Ich habe mir dabei viel Mühe gegeben, so barrierefrei und unterhaltsam wie möglich zu schreiben. Wer True Crime mag, wird diese True Crime lieben.
Alles nur Einzelfälle?, das kann ich hier schon spoilern, ist mit Blick auf die Ergebnisse dieses Buchs als rein rhetorische Frage zu verstehen.
(Vor-)bestellbar überall, wo es Bücher gibt. Mehr Infos hier.

Es liegt auf der Hand, dass Völkerverständigung am besten über Liebe betrieben werden kann: Käufliche Liebe, liebevollem Sex, sexuellem Begehren. Indem man in die Schlafzimmer, unter die Schleier, eben in die Liebesleben der Menschen blickt, bekommt man ein wohliges Gefühl für die Kulturen, die einem zunächst fern erscheinen mögen – davon bin ich überzeugt.
Als Reporter habe ich viele Regionen Nordafrikas besucht, mit unzähligen Menschen zwischen Casablanca & Kairo gesprochen. Auch weil ich selbst in Marokko aufgewachsen bin, kann ich berichten: Maroks sind Babos im Spaß haben. Genau diese orgasmische Lockerheit möchte ich meiner Leserschaft mitgeben.
Denn in den vergangenen Jahren – nicht erst seit der sog. Kölner Silvesternacht – wurde über die S*xualität der Nordafrikaner*innen verhandelt, ohne mit ihnen selbst zu sprechen. Es fing mit dem Kolonialismus an, dass afrikanische Körper im eurozentrischen Kanon anders gemacht wurden. Desinformation, Orientalismus und Fetischisierung dominieren bis heute das Gespräch über (Nord-)Afrika.
In meinen beiden Büchern »Unter Weißen« & »Der weiße Fleck« geht es um die Emanzipation von Minderheiten. Ich musste als von Rassismus betroffener Autor diese Bücher schreiben. Ich habe sie gerne geschrieben, um meinen Beitrag zu leisten: zum Abbau historisch gewachsener Machtgefälle. Mein neues Buch baut auf diese emanzipatorische Perspektive auf und verknüpft sie mit dem mediterranen Savoir-vivre, nach dem sich so viele Europäer*innen nicht nur beim Strandurlaub sehnen.
Mit Erinnerungen aus meiner Pubertät, Begegnungen mit Frauen & Queers und der nachdenklichen Betrachtung von Verletzbarkeiten möchte ich das facettenreiche Nordafrika mit meinen Leser*innen bereisen. Ich möchte mich auf die Spuren einer toxischen Männlichkeit & des feministischen Befreiungskampfes begeben. Allen Interessierten öffne ich meine (Reporter-)Tagebücher. Ich möchte die Anliegen & Sehnsüchte der Nordafrikaner*innen in den Fokus stellen, sie für sich selbst sprechen lassen und damit zeigen, wie geil es sein kann, sich auf »andere« Gesellschaften einzulassen.
Let’s talk about Sex, Habibi 💋
„Let’s talk about Sex, Habibi. Liebe und Begehren zwischen Casablanca und Kairo“ erscheint September 2022 bei Piper und ist hier bestellbar.
Der weiße Fleck – Eine Anleitung zu antirassistischem Denken @Piper:
ist in allen Buchhandlungen on- und offline oder hier bestellbar. Auch als Hörbuch erhältlich.

Struktureller Rassismus, weiße Privilegien und Andersmachung von verletzbaren Minderheiten – die Debatte der vergangenen Monate hat gezeigt, wie stark diese Themen die Gesellschaft polarisieren. Und auch wenn das Bewusstsein für die Ungleichheit in unserem Land gewachsen ist: Rassistisches Denken ist nach wie vor tief in uns allen verankert – und doch unsichtbar für die weiße Mehrheitsgesellschaft. Diese blinden Flecken will Mohamed Amjahid in seinem Buch auflösen. Er beschreibt dabei nicht nur, wie das System weißer Privilegien wirkt, sondern zeigt auch ganz konkret, wie wir unseren Rassismus verlernen können, um dem Ziel einer friedlichen, gerechten und inklusiven Gesellschaft gemeinsam näher zu kommen.
- Über antirassistisches Denken und unsichtbare Missstände
- Hochaktuell in Zeiten von Demos gegen Rassismus, Racial Profiling und Rechtsextremismus
- Mit 50 hilfreichen Tipps für antirassistisches Denken und Handeln
- Ein ausführliches Glossar hilft beim begrifflichen Verständnis

Das Plakat zum Buch hier als Download.
Unter Weißen – Was es heißt, privilegiert zu sein @HanserBerlin:
ist in allen Buchhandlungen oder hier erhältlich. Mehr Infos: hier.

Über unbewusste Privilegien und versteckten Rassismus – auch in Deutschland – aus der Perspektive von einem, der täglich damit konfrontiert ist.
Wie erlebt jemand Deutschland, der dazugehört, aber für viele anders aussieht? Mohamed Amjahid, Sohn marokkanischer Gastarbeiter und als Journalist bei einer deutschen Zeitung unfreiwillig „Integrationsvorbild“, wird täglich mit der Tatsache konfrontiert, dass er nicht-weiß ist. Er hält der weißen Mehrheitsgesellschaft den Spiegel vor und zeigt, dass sich diskriminierendes Verhalten und rassistische Vorurteile keineswegs bloß bei unverbesserlichen Rechten finden, sondern auch bei denen, die sich für aufgeklärt und tolerant halten. Pointiert und selbstironisch macht er deutlich, dass Rassismus viel mit Privilegien zu tun hat – gerade wenn man sich ihrer nicht bewusst ist.
Beiträge in Sammelbänden:

Whose Land Have I Lit On Now? Conteplations On The Notions of Hospitality by SAVVY CONTEMPORARY

Extreme Sicherheit: Rechtsradikale in Polizei, Verfassungsschutz, Bundeswehr und Justiz von Matthias Meisner und Heike Kleffner (Hrsg.) bei Herder.
Und das ist erst der Anfang von Anja Reschke (Hrsg.) bei Rowohlt Polaris.
Alle aktuellen Termine für Lesungen aus meinen Büchern finden sich auf piper.de

